Richtig gendern

Richtig gendern

Sehr lange begnügte man sich damit, in Texten nur die männlichen Personen anzusprechen: „Die Teilnehmer“, „die Besucher“. Alle anderen Leser sollten sich mit dieser Anrede eingeschlossen fühlen oder auch nicht – darüber machte man sich keine Gedanken.

Erst als Frauen Gleichberechtigung auf allen Ebenen einforderten, begannen immer mehr Reden und Vorträge mit „Werte Kolleginnen, werte Kollegen!“. In Texten müsste man dann immer die eher umständliche Nennung beider Geschlechter verwenden: „Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher…“. Das stört den Lesefluss und klingt sehr gekünstelt, kompliziert, unnatürlich.

Auf der Suche nach einfacheren Lösungen scheint sich derzeit das „*“ durchgesetzt zu haben (Besucher*innen), es wird sogar vom Duden empfohlen. Weiters existieren noch das Binnen-I (BesucherInnen), der Unterstrich und der Doppelpunkt (Teilnehmer_innen, Teilnehmer:innen), doch werden die letzten beiden Varianten von der Rechtschreibprüfung als Fehler markiert. Sehr ungewohnt klingen noch Ansätze, neue Endungen einzuführen, die alle Geschlechter abdecken, z.B. „die Besuchens“ (-ens aus dem Mittelteil von „Mensch“). Dies würde dann auch diversgeschlechtliche Leser einschließen.

Einfache Umformulierungen

Am sichersten ist der Tipp, wo immer es geht Formulierungen zu verwenden, die geschlechtsneutral sind. Man kann z.B. Adjektive („ärztlicher Rat“ statt „Rat des Arztes“), direkte Anrede („Sie werden benachrichtigt“) oder Relativsätze („Alle, die teilnehmen,…“) verwenden. Weitere Beispiele finden Sie in den Empfehlungen des Duden zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch.

Bei wissenschaftlichen Arbeiten wie Diplomarbeiten und Dissertationen wird oft schon von der Hochschule vorgegeben, wie zu gendern ist, und diese Erklärung wird auch gleich zu Beginn der Arbeit veröffentlicht. Für welche Variante man sich auch immer entscheidet, eines ist wichtig: Bleiben Sie den ganzen Text hindurch bei Ihrer Entscheidung!

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